Faustball-Grümpelturnier mit Rekordbesuch
La Familia und Volleyballer der SG Sinsheim/Helmstadt gewinnen die Grümpelkrone
Es ist ein Phänomen und eine Kultveranstaltung, die von Jahr zu Jahr noch größer wird: das Faustball-Grümpelturnier des TV Waibstadt, das in seiner 44.Auflage an drei Abenden mit einer Rekordbeteiligung von 38 Mannschaften ausgetragen wurde. Auch die Zuschauerzahlen im Biesigstadion sind gewaltig und sorgen für eine tolle Kulisse. „Unser Endspiel im Damenturnier hatte vermutlich mehr Zuschauer als das Finale der Ende Juli anstehenden Frauen-Europameisterschaft in der Schweiz“ ordnet Turnierleiter Rainer Frommknecht die Resonanz in einer Sportart ein, die außerhalb von Waibstadt doch eher unbekannt ist.
Das dreitägige Event rund um die Faustballhütte bot alles, was das „Grümplerherz“ begehrt: spannende Spiele, zahlreiche Zuseher, eine außergewöhnlich positive Stimmung und zumindest in weiten Phasen angenehmes Frühsommerwetter. Drei Tage lang war mächtig was los und die Helfer hatten alle Hände voll zu tun.
Es ist schön zu sehen, wie viel Freude die Grümpler und die Zuschauer bei uns haben. Und ich habe den Eindruck, der Spielspaß hat mit der Platzierung sehr wenig zu tun, genau so wie es bei einem Freizeitturnier sein soll“ strahlte Thomas Link, Abteilungsleiter Faustball seit 2018.
Auch Michael Lutz, Vorstand des TV Waibstadt, freut sich darüber, dass sich das „Grümpel“ als eines der ganz wenigen in Waibstadt gehalten hat und bei vielen Freizeitfaustballern und Partygästen „Kultstatus“ genießt. Als Dirigent der SFZ Big Band sorgt Lutz auch seit Jahren am Finalabend für eine musikalische Einlage. Dabei waren zahlreiche Musiker in Spielertrikots gekleidet, mussten sie doch vor oder nach ihrem musikalischen Auftritt wieder gegen das runde gelbe Kunstleder fausten.
Initiator des Faustball-Grümpelturniers ist Gerhard Wenzl, der das Geschehen an allen Tagen interessiert verfolgte. „1982 haben wir ganz klein angefangen, eintägig an einem Samstag“ erinnert sich Wenzl. Seine Idee: Faustball sollte bekannter werden und über das „Grümpel“ für die Erwachsenen und das parallele Faustballangebot für Grundschüler im Sportunterricht wollte man mehr Kinder gewinnen. Daneben war das Turnier eine wichtige Einnahmequelle für die aufstrebende Abteilung, die seit Ende der 70er auch überregional erfolgreich war und sich regelmäßig für Deutsche Meisterschaften qualifizierte.
Einen entscheidenden Aufschwung erlebte das Faustball-Grümpelturnier ab Mitte der 90er-Jahre unter dem neuen sportlichen Leiter Rainer Frommknecht, der den Termin an drei Abende in der Fronleichnamwoche setzte. Hinzu kam der Bau der Faustballhütte (ab 1998) und eine ständig verbesserte Infrastruktur im Biesigstadion.
Während es in anderen Sportarten immer weniger „Grümpelturniere“ gibt, wurde das „Faustballgrümpel“ in Waibstadt immer größer. Abteilungsleiter Thomas Link erklärt: „Ich führe das auch darauf zurück, dass Faustball kontaktfrei ist und dadurch Verletzungen zum Glück nur selten passieren. Zudem ist Faustball ein sehr fairer Sport. Und auch das Drumrum im Biesigstadion und die Mischung aus Sport und Geselligkeit kommt gut an.“
Auch für die Stadt Waibstadt ist das Event eine hervorragende Visitenkarte: „Ich freue mich, dass wir das vermutlich größte Faustballgrümpelturnier der Welt ausrichten“ erklärt Bürgermeister Boris Schmitt stolz, der selbst seit Jahrzehnten selbst auf den sechs Spielfeldern mit den „Mattenbatschern“ (TV Waibstadt, Judo) mitspielt. Weitere Stadtoberhäupter sind mit Joachim Weschbach (Helmstadt-Bargen) und Christian Laier (Hüffenhardt) ebenfalls seit langem beim Grümpelturnier aktiv.
Aus sportlicher Sicht gab es mit 38 Mannschaften eine Rekordbeteiligung. „Die bisherige Bestmarke lag bei 33 Teams, es ging also nochmal ordentlich hoch“ freut sich Turnierleiter Rainer Frommknecht. Charakteristisch ist, dass niemand ausscheidet und bis zuletzt auch für die unteren Platzierungsspiele eine schöne Bühne geboten wird.
Bei den Damen (acht Mannschaften) gewann „La Familia“ den zweiten Titel nach 2024. Im Endspiel bezwang man die Old Champions in 2:0-Sätzen (11:3, 11:7). Dritter wurde der Titelverteidiger Team LOL vor den Musiküssen.
Im Feld der 30 Teams bei den Herren landeten nach 22 Jahren mal wieder Volleyballer ganz oben. Die SG Sinsheim/Helmstadt um Ex-Bundesligaspielerin Nadine Himmelhan mit dem Grümpelnamen „SV Saufgelage“ düpierte die etablierte Grümpelelite und gewann auch das Endspiel unter Flutlichtflair in 2:1-Sätzen (8:11, 11:5, 11:8) gegen die Zelluloidbomber. Im Spiel um Platz drei setzte sich die SpVgg Greuther Haisl gegen den Vorjahressieger Hondlombe durch. Den am letzten Abend ausgetragenen „President’s Cup“ (Platz 25) gewann die Gummibärenbande. Nach der großen Siegerehrung ging das 44.Grümpelturnier in seine letzte Runde: dem legendären Grümpel-Après bis in die frühen Morgenstunden.
Weiter geht es dann Ende Mai 2027 mit der 45.Auflage. Wobei zahlreiche Grümpler bereits in den vier Wochen davor das angebotene Training besuchen werden, bei dem meist alle sechs aufgebauten Feldern belegt sind. Auch das ist ein überraschendes Detail im Phänomen „Faustball-Grümpelturnier“ in Waibstadt.
Endstand 44.Faustball-Grümpelturnier:
DAMEN: 1. La Familia, 2. Old Champions (Endspiel 11:3, 11:7), 3. Team LOL, 4. Musiküsse, 5. SFZebras, 6. Prinzessinnen, 7. Ballerinas, 8. Lillethik
HERREN: 1. SV Sinsheim/Helmstadt Volleyball, 2. Zelluloidbomber (Endspiel 8:11, 11:5, 11:8), 3. SpVgg Greuther Haisl, 4. Hondlombe, 5. Musikus & Weißes Ballett 1, 7. Aperol Spitz & Sektor Loo, 9. 1.FC Saufhemden & Weißes Ballett 2, 11. Bauwarre & Karlsdörfer Bockweddel, 13. Netzakrobaten & Schorlewoi, 15. Die Babaaasch & Zirkus Renz, 17. Weißes Ballett 3 & Chaos Catenaccio, 19. Die Absteiger & Fire Bulls, 21. Die Schrägen Schläger, 22. SpVgg Edeltechnik, 23. ABC Wollenberg, 24. Mattenbatscher, 25. Gummibärenbande (= President’s Cup), 26. Nix wie druff, 27. Team O & Arm aber sexy, 29. Volleybärenbande & Landjugend Obrer Kraichgau
Rund 250 Spieler gastierten beim Fronleichnamturnier
Am Donnerstag Fronleichnamstag wurde im Biesigstadion das 49.Fronleichnamturnier ausgetragen. Mit 38 Mannschaften aus Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Rheinland-Pfalz, dem Saarland und Nordrhein-Westfalen war ein illustres Feld am Start. Entgegen der Vorhersagen konnten die Partien komplett regenfrei stattfinden. Die abschließende Große Siegerehrung wurde um 17.00 Uhr von Bürgermeister Boris Schmitt, TV-Vorstand Michael Lutz sowie Turnierleiter Rainer Frommknecht durchgeführt.
Im kommenden Jahr wird das Fronleichnamturnier dann in seine 50.Auflage gehen!
Die Turniersieger in den einzelnen Klassen:
Männer-A: 1. TSV Dennach, 2. TV Stammheim, 3. TV Wünschmichelbach, 4. TV Waibstadt
Männer-B: 1. TV Homburg, 2. TG Offenbach, 3. FBC Offenburg, 4. TV Stammheim
Frauen: 1. TV Rendel, 2. TSV Karlsdorf, 3. TV Waibstadt, 4. TSV Kleinvillars
U 14-Jungs: 1. TV 1846 Bretten, 2. TuS Hilchenbach, 3. TV Käfertal, 4. TSG Tiefenthal
U 12 mixed: 1. TGS Seligenstadt, 2. TV Käfertal, 3. TSG Tiefenthal, 4. TV Waibstadt
U 10 mixed: 1. TSG Tiefenthal, 2. TSV Karlsdorf, 3. TV Waibstadt, 4. TSV Kleinvillars