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Der Turnverein vor dem 1. Weltkrieg

 

Bereits 1845 stellte eine Interessengemeinschaft "Turnen" beim Gemeinderat den ersten Antrag zur Gründung eines Turnvereins. Aber sowohl dieser als auch zwei weitere Anträge 1863 und 1864 wurden abgelehnt.

Am 20. Januar 1865 fassten erneut 26 junge Männer den Entschluss, einen Antrag beim Großherzoglichen Bezirksamt Sinsheim zu stellen, einen Turnverein ins Leben rufen zu dürfen. Nach drei Tagen erfolgte die Genehmigung. Am 9. Februar 1865 wurde die erste Vorstandschaft gewählt.

Der Verein gehörte zum Main-Neckar-Turngau und nahm nach kurzer Zeit einen geachteten Platz im Turngau ein.

1870musste wegen dem deutsch-französischen Krieg (Franzosenkrieg) zum ersten Mal der Turnbetrieb eingestellt werden
1901 wurde das Fest der Fahnenweihe gefeiert
1902 stellte der Verein beim Oberrhein-Turnfest in Pforzheim mit 10 Mann eine Vereinsriege und holte den 1. Platz
1903 standen beim Deutschen Turnfest in Nürnberg vier Waibstadter Turner in der Landesriege
1908 war beim Deutschen Turnfest in Frankfurt die Vereinsriege am Barren auf den vorderen Plätzen zu finden
1909 stellten beim Kreisturnfest in Heidelberg wieder 12 Mann eine Vereinsriege

Nach und nach nahm die Zahl der aktiven Turner zu und hatte sich bis zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges verdoppelt.

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Kriegswirren und Neuanfang

 

Insgesamt stellte der TV  in seiner langen und wechselvollen Geschichte den Turnbetrieb im Sinne des Turnvater "Jahn" (1778-1853) dreimal wegen Kriegshandlungen ein, da in diesen Zeiten  die aktiven Turner Wehrdienst leisten mussten.

Vom Ersten Weltkrieg (1914/18) kehrten 20 Turner nicht mehr zurück. Die Tafel zu Ehren der gefallenen Turner fand in der Marienkapelle einen würdigen Platz.

Besondere Ereignisse ergaben sich schon 1933 im Vorfeld des Zweiten Weltkrieges. Die Nationalsozialistische Arbeiterpartei "NSDAP" beherrschte alle sporttreibenden Vereine. Vorstandschaften wurden abgeschafft bzw. zwangsweise unter die Leitung der NSDAPgestellt. Die aktiven Sportler wurden dem Wehrsport untergeordnet.

Wie bei den meisten Vereinen, sind auch beim TV Waibstadt keine Protokollbücher aus dieser Zeit über Tätigkeiten des Wehrsports auffindbar, und das obwohl Waibstadter Turner bei den deutschen "machtvollen vaterländischen Kundgebungen" in Stuttgart 1933 und in Breslau 1938 als Turnfestsieger zurückkehrten.

 

Nach dem Zweiten Weltkrieg wollte man den Verein neu aufbauen, allerdings erlaubte die amerikanische Besatzungsmacht in Waibstadt nur einen sporttreibenden Verein. Turnen, Leichtathletik, Frauen- und Herrenhandball sowie Fußball schlossen sich daher 1947 zu einer gemeinsamen Sportgemeinschaft, der "SG", zusammen.

Nach Gründung der Bundesrepublik Deutschland 1949 durften verschiedene Interessengemeinschaften  auch wieder eigene Vereine gründen. Am 17. März 1950 machten die Turner und Handballer von dieser Regelung Gebrauch und trennten sich von der "SG". Am 29.04.1950 begann wieder der selbstständige Turnbetrieb "Turnverein 1865 Waibstadt e.V.". Eduard Ziegler übernahm den 1. Vorsitz und setzte Zukunftsakzente mit der intensiven Förderung des Breitensports im Verein.

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Übungsstätten des Vereins 

 

Von 1865 bis 1895 stellte die Stadt den Turn- und Sportplatz im Lohhaus zur Verfügung. Ab 1895 wurde im Hof des neuen Schulhauses in der Alten Sinsheimer Str. ein überdachter Freiplatz für Geräteturnen eingerichtet. Der freie Hof konnte für weitere Leibesübungen genutzt werden. Von 1919 bis 1933 stand auch der Saal des Hotels "Waibstadter Hof" als
Übungsraum und für Schauturnen zur Verfügung.

Nach der Gründung der Sportgemeinschaft 1947 stellten die Gasthäuser Engel und Krone ihren Saal für Übungsstunden bereit. Bei guter Witterung fanden die Übungsstunden auf der Bleichwiese statt.

Nach der Wiedergründung des "TV 1865" 1950 stand für den Turnbetrieb die ehemalige Dr. Link'sche Fliegerhalle zur Verfügung. Auch diese Halle war ohne festen Boden nur eine Notlösung für den Turnbetrieb. 1953 baute die Stadt mit 10.000 DM Zuschuss des TVs eine sportgerechte Turnhalle (die heutige Stadthalle). Für den schnell wachsenden TV war die Halle nach kurzer Zeit zu klein.

1976 wurde die neue Turn- und Schwimmhalle beim Schulzentrum in Betrieb
genommen. Die Halle ist dreiteilig und mit allen Geräten ausgestattet.

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Der Weg zum Mehrspartenverein - die Abteilungen

 

Bei der Wiedergründung bestand der Verein aus der Turnabteilung mit den Sparten Kleinkindturnen (Johanna Ernstberger), Schüler (Karl Kreth), Schülerinnen (Erna Kaiser/Margarethe Steck), Turner (Horst Grams), Turnerinnen (Fr. Wüst) und Leichtathletik (Johann Markl) - Oberturnwart war Horst Grams - sowie der Handballabteilung, die leider nur bis 1952 Bestand hatte. 

 

In der Folge entwickelte sich der Verein durch die Neugründungen der Abteilungen zum heute existierenden Mehrspartenverein. Für weitergehende Informationen zur Geschichte der einzelnen Abteilungen folgen Sie bitte den jeweiligen Links. 

FaustballWegen teilweise fehlender Sportanlagen für Leichtathletik wurde von der Leichtathletik-Gruppe ersatzweise Faustball gespielt. Eine eingetragene Faustballgründung ist nicht überliefert, allerdings kam es 1954 zum ersten registrierten Faustballturnier und 1958 wurde im Hallenbelegungsplan jeden Freitag Faustball notiert.
01.09.1954  Fanfarenzug/SFZ (Hier wurde eine Tradition fortgesetzt.
Von 1896 bis zum Zweiten Weltkrieg waren Turnermusiker im Turnbetrieb integriert.)
1963 Wanderabteilung( Gegründet aus der traditionellen Götz und
Herbstwanderung)
01.05.1970 Judoabteilung
24.11.1976  Volleyballabteilung
1977 

Basketball (diese Abteilung existierte leider nur bis Anfang der neunziger Jahre)

01.01.1980Skiabteilung



 

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